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Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz e.V.

30.03.2019

Bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverband Prignitz e.V.  ging es um die Herausforderungen der Kameraden: geforderte Mittel und die Hoffnungen, die mit dem neuen brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz verbunden wurden, das demnächst verabschiedet wird.

Am vergangenen Samstag hielt der Kreisfeuerwehrverband Prignitz e.V. seine Delegiertenversammlung in Wittenberge ab.

Alle vier Jahre findet diese, verbunden mit den Vorstandswahlen statt.

In seinem Bericht informierte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Holger Rohde, die Anwesenden über die satzungsgemäße Erfüllung diverser Aufgaben. Hierbei ging er insbesondere auf Entwicklungen bei der Kreisfeuerwehr, geplante Gesetzesinitiativen auf Landesebene, Verbesserung des Ausbildungsangebots und die Überarbeitung der Leistungsvergleiche ein, kurzum die Entwicklungen und Herausforderungen der vergangenen vier Jahre.

Rund 70 Abgeordnete der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises und Gäste haben sich in der „Alten Zellwolle“ versammelt.

Unwetter, Waldbrände oder Herbststürme hätten „klar die Wichtigkeit unseres ehrenamtlichen Systems aufgezeigt“, sagte der Verbandsvorsitzende Holger Rohde. 100 Prozent der Feuerwehrleute in der Prignitz sind ehrenamtlich tätig.

Daher forderte Rohde eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt. Auch der Frauenanteil in den Freiwilligen Feuerwehren muss wieder erhöht werden. Die Verbandsarbeit soll in diesem Punkt wieder intensiviert werden. 18% der Kameraden in der Prignitz sind Frauen.

Vom brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz, das in der nächsten Zeit  verabschiedet werden soll, erwartet der Kreisfeuerwehrverband einige Neuerungen. Auch das neue Prämiensystem für aktive Kameraden, dass durch die Landesregierung auf den Weg gebracht wurde, wird einige Veränderungen bringen. Hier muss eine einheitliche Dokumentation der anrechenbaren Zeiten für die Auszahlung der Prämie geschaffen werden, ist sich Rohde sicher.

Rohde erhofft sich außerdem die Schaffung eines weiteren Stützpunktes der Landesfeuerwehrschule. Gespräche dazu gab es bereits. Am bisherigen einzigen Standort der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt werden Feuerwehrleute bei Weiterbildungen in verschiedenen Themengebieten geschult. Auf der Delegiertenkonferenz wurden die dortigen Zustände bemängelt: Lehrgänge seien überfüllt, es fehle an Ausstattung.

Wunder Punkt auch das Programm der Landesregierung beim Thema Stützpunktfeuerwehren. Diese wurden jetzt zwar gesetzlich verankert, sind für die Kommunen aber trotzdem eine Herausforderung führt der stellvertretende Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg Frank Kliem aus. Denn Kommunen, die eine Stützpunktfeuerwehr haben, es aber nicht schaffen, die personellen Anforderungen durch freiwillige Kräfte abzusichern, sind verpflichtet hauptamtliche Kräfte einzustellen. Dies würde für die Kommunen eine größere finanzielle Herausforderung bedeuten, als die Fördermittel, die sie über das Programm Stützpunktfeuerwehr für Fahrzeugbeschaffung erhalten, so dass ein Verzicht auf die Fördermittel aus Sicht der Kommunen wahrscheinlich ist. Ein weiterer Punkt ist die Fahrzeugbeschaffung für die Stützpunktwehren. Das kleinste Fahrzeug wird ein Löschgruppenfahrzeug 10 sein. „Überdimensioniert für unseren ländlichen Raum. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug als kleinste Einheit wäre angebracht.“ führt Holger Rohde aus.

 

Initiativen zur Stärkung des Ehrenamtes unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und die Wertschätzung der Feuerwehren in der Öffentlichkeit waren weitere Themen in den Ansprachen zur Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes. Gerade in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit will sich der Kreisfeuerwehrverband besser aufstellen. „Wir müssen als Verband wieder mehr in die Tiefe gehen. Bei den örtlichen Feuerwehren wieder Präsenz zeigen.“ brachte es Kassenwart Christian Reisinger auf den Punkt.

 

Vereinsvorsitzender Holger Rohde betonte, dass die Erhaltung der Stabilität der Mitgliederzahlen ein erstrebenswertes Ziel sei, was durch Imagepflege gefördert werden könne. Junge Menschen müssten für die Feuerwehr gewonnen werden.

Zum Glück sei die Anzahl der Einsatzkräfte im Landkreis jedoch zurzeit stabil.

 

Bei den Vorstandwahlen, die ebenfalls auf dem Programm standen, fungierte Matthias Beckmann, als Wahlleiter. Durch die Versammlung wurden folgende Positionen neu gewählt:

Für die Funktion des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz e.V. hatte sich nur der bisherige Vorsitzende Holger Rohde zur Wahl gestellt. Er wurde durch die Delegierten im Amt bestätigt und wird den Verband weitere vier Jahre führen.  

Laut Satzung stehen dem Vorsitzenden zwei Stellvertreter zur Seite. Vier Kandidaten hatten sich für die Wahl aufstellen lassen. Nach dem Wahlgang wurden Adrian Zechser und Denny Kenzler in diese Funktion berufen. Beide nahmen die Wahl an.

Der bisherige Kassenwart Christian Reisinger wurde in seinem Amt bestätigt. Es gab keine weiteren Kandidaten für diese Funktion. Neu im Vorstand ist die Kameradin Beate Mundt. Sie übernimmt für die nächsten vier Jahre die Funktion der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und zeichnet für die Frauen im Verband verantwortlich.

Dem Vorstand gehören weiterhin Stefan Fuchs als Kreisjugendfeuerwehrwart und Ralf Arnoldt als Verantwortlicher für den Bereich Brandschutzerziehung an.
 

Besonderes Anliegen des Kreisfeuerwehrverbandes ist die Würdigung von herausragendem ehrenamtlichem Engagement im Feuerwehrwesen. In diesem Jahr wurden zur Delegiertenkonferenz keine Ehrungen und Auszeichnungen vorgenommen werden. Vorsitzender Holger Rohde appellierte noch einmal an die Kameraden die Möglichkeit der Auszeichnung von verdienten Kameraden, aber auch von Unterstützern der Feuerwehr oder Arbeitgebern, die das Feuerwehrwesen fördern, mehr zu nutzen. Der Kreisfeuerwehrverband vergibt sein Ehrenzeichen jetzt ebenfalls in den drei Stufen Bronze, Silber, Gold. Es besteht aber auch die Möglichkeit Auszeichnungen über den Landes- oder Bundesfeuerwehrverband zu vergeben.

 

Das ist die Delegiertenversammlung

Bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz e.V. treffen sich alle vier Jahre die Abgeordneten der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Prignitz. Der Kreisfeuerwehrverband Prignitz e.V. vertritt 3034 Mitglieder aus 133 örtlichen Freiwilligen Feuerwehren. Der Kreisfeuerwehrverband Prignitz e.V.  gehört zu den größten Verbänden innerhalb des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg. Neben Berichten des Vorsitzenden Holger Rohde sprach auch der Kreisjugendfeuerwehrwart Stefan Fuchs über die Nachwuchsarbeit. Als Gäste waren unter anderem der stellvertretende Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg Frank Kliem und Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Prignitz Marcus Bethmann bei der Versammlung.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz e.V.

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Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz e.V. (30.03.2019)